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Die Chronik des Vereins lässt sich am Besten durch die vielen Presseberichte dokumentieren. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Arbeit des Fördervereins Palliativ Pro von so großem öffentlichen Interesse ist.

2019-09-26: Flaming Stars spenden für Kinderpalliativteam

Flaming Stars PalliativPro Spende

Scheckübergabe mit den Flaming Stars (v. l.) Matthias Schäfer, Karin Schmidt und Holger Hauch (r.)
© pm

Gießen (pm). Flaming Stars sind eine bundesweit organisierte Vereinigung von Feuerwehrleuten, die ihr gemeinsames Hobby mit Beruf und Ehrenamt verbinden. Dazu gehören neben der Tätigkeit in Löschzügen gemeinsame Ausfahrten mit dem Motorrad und die Stärkung des Gemeinwohles durch Spenden.

Eine Delegation der Flaming Stars besuchte soeben Dr. Holger Hauch und Beate Volbrecht vom Kinderpalliativteam der Universitätsklinik Gießen und überreichte einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro.

Die Feuerwehrbiker hatten eine Tombola organisiert und aufgerundet kam der große Betrag zusammen. Das Geld werde verwendet, um Familien mit schwer kranken Kindern in finanziellen Notlagen unbürokratisch helfen zu können, bestätigt Hauch.

Das Kinderpalliativteam versorgt Kinder und Jugendliche mit lebenslimitierenden Erkrankungen in Mittelhessen und angrenzenden Gebieten in anderen Bundesländern zu Hause und leistet medizinische, pflegerische und psychosoziale Hilfen.

 

(Erschienen in der Gießener Allgemeine Zeitung am 26.09.2019)

2019-09-20: Laura Hessler und der Liebesbrief

Laura PalliativPro Liebesbrief

Laura Hessler (Mitte) bei der Scheckübergabe vor dem Uniklinikum. Foto: Constantin Hoppe

Familien und Kinder in schweren Zeiten begleiten: Das ist die Aufgabe des Kinder-Palliativ-Team Mittelhessen.

Eine Aufgabe die unterstützt werden sollte, findet auch Sängerin und Songwriterin Laura Heßler aus Hungen, die bereits bei "Deutschland sucht den Superstar" zu sehen war: Zugunsten des Palliativ-Teams hatte sie zu einer Versteigerung eines Liebesbriefs aus dem Musikvideo zu ihrer Single "Ewig vielleicht" aufgerufen.

Der Liebesbrief, der als Requisite in dem Musikvideo Verwendung fand, ging für 175 Euro nach Laubach. Heimische Geschäfte unterstützten die Spendenaktion auch, so kamen A letztlich 700 Euro für das Palliativ Team Gießen zusammen. Und die überbrachte die Sängerin am Donnerstag am Universitätsklinikum Gießen.

Text und Foto: Constantin Hoppe (con/Foto: con)

(Erschienen in der Gießener Allgemeine Zeitung am 20.09.2019)

 

2019-10-01: "Bei uns steht der Patient und dessen Angehörige im Mittelpunkt unserer Tätigkeit"

2019 09 Sibelius Palliatipro

Prof. Dr. Ulf Sibelius trägt vor

Seit zehn Jahren versorgt in Gießen, im gesamten Landkreis Gießen sowie in Teilen des Vogelsbergkreises ein engagiertes und hochqualifizierte SAPV- (Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung) Team täglich im Schnitt 60 - 70 Patienten gleichzeitig und entlastet die Arbeit von Hausärzten, Pflegediensten und Angehörigen. Aus diesem Anlass fand dieser Tage eine Informationsveranstaltung im Hauptgebäude des Universitätsklinikums statt. Der Einladung von Prof. Dr. Ulf Sibelius, Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik V (internistische Onkologie und Palliativmedizin), waren viele Mitarbeiter des Teams ebenso wie vernetzte Hausärzte, Palliativmediziner sowie Mitarbeiter aus der Pflege- und Hospizarbeit gefolgt.

Das Palliativteam Gießen ist ein multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und -pflegern. "Bei uns steht der Patient und dessen Angehörige im Mittelpunkt unserer Tätigkeit", unterstrich Anke Peil, Krankenschwester im Team, in ihrer Ansprache an die Gäste und stellte im Folgenden die praktische Arbeit und den Tagesablauf des SAPV-Teams vor.

Der Tag beginne jeden Morgen mit einer Teambesprechung, in der auch der Vortag nachbesprochen werde. Die Touren werden eingeteilt, die Tages- und Wochenübersicht ständig aktualisiert. Peil: "Jeder im Team ist über jeden Patienten immer gut informiert". Jedes Fahrzeug verfüge über eine standardisierte Versorgungstasche und über einen Laptop. „Regelmäßig montags und donnerstags werden die Patienten von uns angerufen um zu erfahren, was benötigt wird und wie das Wochenende verlaufen ist“. Ziel sei eine Symtomkontrolle, um Überlastungen der Patienten, aber auch von deren Angehörige zu vermeiden.

Auch Patienten in Pflegeheimen, deren Anteil betrage etwa zehn Prozent, werden einmal in der Wochen angefahren und versorgt. „Täglich sind die Teams unterwegs zu ihren Patienten nach Hause, denn viele Patienten mit unheilbaren Krankheiten haben den Wunsch, in ihrer gewohnten Umgebung versorgt zu werden“, so Peil.

2019 09 Peil Palliativpro

Anke Peil berichtet über die Arbeit des Teams.

Die Arbeit der SAPV-Teams trage maßgeblich dazu bei, diesen Wunsch zu ermöglichen. In engem Kontakt mit den Hausärzten und den ambulanten Pflegediensten werde so eine umfassende Betreuung gewährleistet. Das Besondere an dieser übergreifenden Versorgung sei, so die sympathische Palliativschwester, dass das SAPV-Team über eine Hotline 24 Stunden erreichbar und eine sofortige Hilfe auch in der Nacht gewährleistet sei. "Um die Betroffenen und deren Angehörige herum wurde neben der rein palliativen Versorgung ein Netzwerk aus Seelsorge, ambulanten Hospizdiensten und Psychoonkologen aufgebaut", bilanziert Anke Peil die Arbeit der vergangenen Jahre durchweg positiv.

„Seit 2007 besteht ein Rechtsanspruch auf die spezialisierte ambulante Palliativversorgung die dem Ziel dient, die Lebensqualität und Selbstbestimmung von Patienten mit einer fortgeschrittenen lebensbegrenzenden Erkrankung soweit wie möglich zu erhalten sowie ihnen ein würdiges Leben zuhause, in stationären Pflegeeinrichtungen oder Hospizen zu ermöglichen“, erläuterte Ulf Sibelius der im Hinblick auf die Hospizarbeit zuvor einen weiten Bogen zurück ins Mittelalter gespannt hatte. Erst 1960 gelangte das Thema durch die schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin und Medizinerin Elisabeth Kübler-Ross in die breite Öffentlichkeit.

„Durch die schier unbegrenzte Hoffnung in die medizinischen Möglichkeiten wurden Sterbende früher an den Rand gedrängt, die Gründung eigenständiger Sterbehospize wurde als Ausgrenzung Sterbender empfunden“. Nachdem 1971 der Dokumentarfilm „Noch 16 Tage – eine Sterbeklinik in London“ des Jesuitenpaters Reinhold Iblacker eine lebhafte und kontroverse Diskussion sich zum Nachteil der Entstehung einer Hospizbewegung in Deutschland auswirkte, fand hierzulande, im Gegensatz zu Großbritannien und den USA die Entwicklung erst mit deutlicher Verzögerung statt.

„Mittlerweile hat sich in der Region eine sehr gute Vernetzung gebildet“, lobt Ulf Sibelius, der auch Vorstandsvorsitzender des Fördervereins PalliativPro e.V ist. Der Verein unterstützt die heimischen SAPV-Teams u.a. mit Fahrzeugen. Nachdem die 2007 mit zehn Palliativbetten ausgestattete Station Virchow 2015 in den Neubau des Universitätsklinikums umziehen musste sei es ein echter Meilenstein gewesen, als auf dem Gelände des Universitätsklinikums eine neue Palliativstation, das Hanns-Gotthard-Lasch Haus, entstehen konnte, berichtet der engagierte Palliativmediziner. Diese Station verfügt über zwei Ebenen mit insgesamt 16 ansprechende Einzelzimmer mit Palliativbetten. „Hier können wir Schwerstkranke und pflegebedürftige Patienten nach Krankenhausstandart, jedoch ohne Klinikatmosphäre versorgen".

Das Gießener mobile SAPV-Team für Erwachsene ist 2009 an den Start gegangen und 2014 folgte unter der Leitung von Dr. Holger Hauch ein SAPV-Team für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Dieses Team versorgt 30 bis 50 Kinder im Jahr. Abschließend erhielt das Team nicht nur große Anerkennung und Dank von Ulf Sibelius, sondern auch aus den Reihen der Gäste.

 

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