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Studie Pallivac

Kurzbeschreibung:

Pallivac: Analyse des Risikos bezüglich impfprävalenter Erkrankungen in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche (SAPV-KJ)

Hintergrund:

Palliative Care Teams für Kinder und Jugendliche versorgen Kinder und Jugendliche mit lebenslimitierenden, weit fortgeschrittenen Erkrankungen mit hoher Symptomlast bei denen eine komplexe Versorgung notwendig ist. Im Team Mittelhessen trat bei einem kindlichen Palliativpatienten zusätzlich eine schwere Windpockenerkrankung auf, die zu vermehrten und auch qualvollen Symptomen führte. In den letzten Jahren werden immer wieder Ausbrüche von impfprävalenten Erkrankungen in Deutschland und auch weltweit gemeldet. Vorwiegend handelt es sich um die hoch ansteckenden Masern und auch Pertussis (1, 2, 3, 4). Aufgrund einer eingeschränkten Schutzrate gegen z.B. Masern (ca. 50 %) und Pertussis (< 50 %) von Frauen im Alter zwischen 30 – 35 Jahren (5) in Deutschland sind gerade Neugeborene und kleine Säuglinge durch einen reduzierten Nestschutz besonders gefährdet. So wäre es denkbar, dass es zwischen ungeschützten Bezugspersonen und nicht geimpften, palliativ behandelten Kindern in der Familie zu Ansteckungen kommen könnte. Dadurch könnten zusätzliche, potentiell leidvolle Symptome auftreten, die z.B. durch eine Beratung und ggf. Impfung des Umfeldes des Palliativpatienten vermeidbar sein könnten.

Fragestellungen:

1.)    Traten bisher impfprävalente Erkrankungen bei kindlichen Palliativpatienten, die sich in der SAPV befinden, in Deutschland auf?

2.)    Wie hoch ist die Schutzrate bezüglich impfprävalenter Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in der SAPV im Jahr 2019?

3.)    Gibt es lokoregionale Unterschiede in Deutschland bezüglich der Prävalenz und Impfcompliance impfprävalenter Erkrankungen?


Methodik:

1.)    Es ist geplant, eine bundesweite Befragung über die AG Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) durchzuführen. Mitarbeiter aller Kinderpalliativteams sollen gebeten werden, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Insgesamt werden 14 Items abgefragt. Der Zeitaufwand dürfte maximal 10 Minuten betragen. Die Fragebögen werden den Teams zunächst per Email zugesandt. Parallel besteht die Möglichkeit, den Bogen auch online mit der Software Limesurvey ® zu beantworten.

2.)    Außerdem soll parallel in Form einer Längsschnittstudie die in Behandlung befindlichen Patienten der Kinderpalliativteams in Mittelhessen und Tübingen und ggf. anderer teilnehmender Teams prospektiv bezüglich der Impfcompliance untersucht werden. Anhand der Impfausweise wird der Status der Patienten vom 01.01.2019 bis 31.12.2019 erfasst werden. Die Erfassung der Daten erfolgt ausschließlich anonymisiert.

Das Studienprotokoll ist bei der Ethikkommission des Fachbereichs Medizin an der JLU in Gießen eingereicht worden.

Literatur:

1.) Matysiak-Klose, D: Dtsch Med Wochenschr. 2017; 142: 1767 - 1772

2.) Werber, D: Euro Surveill. 2017; 24: 22

3.) Damm, O: Int J Public Health. 2016: 847 - 60

4.) Holzmann, H: Med Microbiol Immunol. 2016;205: 201 – 8

5.) Riek, T: Epid Bull 2018; 1: 1 - 14

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