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2008-03-03 Der Patient gibt den Takt an

2008-03-03Förderverein Palliativ Pro stellt Versorgungsstrukturen in Gießen vor - Station Virchow in Medizinischer Klinik V GIESSEN (fod). Trotz großer Fortschritte bei den Behandlungsmöglichkeiten sind der modernen Medizin weiterhin Grenzen gesetzt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem für eine Verbesserung oder Wiederherstellung des Patienten keine Hoffnung mehr besteht. Gefragt ist dann die Palliativmedizin, die im Gegensatz zur kurativen und prophylaktischen Medizin Schmerzen und andere Symptome lindern und ein Sterben in Würde ermöglichen soll. "Oft wird sie noch als Sterbemedizin missverstanden", bemängelte jetzt Dr. Bettina Krögel bei einer Informationsveranstaltung des heimischen Fördervereins Palliativ Pro. Die auf der Station Virchow der Medizinischen Klinik V des Gießener Universitätsklinikums tätige Ärztin favorisierte dann auch die Bezeichnung "Palliativ Care". Gehe es hierbei doch in erster Linie um die "Wiederherstellung von Lebensqualität und das Recht des Patienten auf Selbstbestimmung", wie etwa das Recht auf Ablehnung einer Behandlung. "Es sollte nach dem gehen, was der Patient wünscht", sagte Antje Wittenberg, Pflegeleiterin der Station Virchow, "er gibt den Takt an." Zehn der 44 Betten der Station sind für die Betreuung Schwerstkranker vorgesehen. Wie es die deutsche Übersetzung des lateinischen Begriffes palliativ, nämlich Mantel, beschreibt, sind dabei die verschiedensten Berufsgruppen integriert, von Ärzten und Pflegepersonal, über Psychologen, Sozialarbeiter und Seelsorger bis hin zu ambulanten Pflegediensten und Hausärzten sowie den Betroffenen und Angehörigen, die sogar über den Tod hinaus betreut werden. Im Mittelpunkt steht die Erfüllung des Wunsches der meisten Patienten, zu Hause sterben zu können, in einer vertrauten Umgebung. Der Förderverein hat daher der Station, die dem Interdisziplinären Onkologischen Zentrum (IOZ) angegliedert ist, ein Auto finanziert, mit dem Palliativmediziner die derzeit 18 betreuten Personen in den eigenen vier Wänden versorgen können. "Zu manchen Patienten fahren wir fast täglich hinaus", berichtete der erste Vorsitzende und Leiter des Schwerpunkts Internistische Onkologie und Palliativmedizin der Medizinischen Klinik V, Prof. Ulf Sibelius. Denn hierbei handele es sich um ein "besonderes Patientenklientel", das sehr betreuungsintensiv sei. Das von Gießen aus geleitete Netzwerk schließt als Kooperationspartner Kliniken in Lich und Friedberg mit ein und ist durch einen mit sechs Krankenkassen abgeschlossenen Vertrag zur Integrierten Versorgung auch dort anerkannt. "Die Patienten bezahlen keinen Cent mehr dafür", unterstrich Sibelius. Wer Fragen hat oder Hilfe benötigt, kann sich laut Frank Löhr, dem Pflegeabteilungsleiter der Medizinischen Klinik V, "Tag und Nacht" über die Hotline 0641/99-41786 an Mitarbeiter der Gießener Palliativmedizin und der Station Virchow wenden. Werde ein Fall übernommen, müsse zunächst ein Therapiekonzept, abgerichtet auf die jeweiligen Erfordernisse des Erkrankten, erstellt werden. Zur folgenden Betreuung gehören dann auch regelmäßige Einschätzungen der Gesamtsituation und eine Festlegung des Organisationsablaufes inklusive des Verhaltens im Notfall. Das Sammeln der Daten schließlich diene zur Qualitätssicherung, so Löhr. "Unser Auftrag ist es, ganz Mittelhessen abzudecken", ergänzte Sibelius, wobei der Bedarf der Betreuung Schwerstkranker ständig wachse und die aktuelle Zahl der bundesweiten Palliativbetten nicht ausreiche. Hinzu kommt die demographische Entwicklung mit immer mehr alleine lebenden alten Menschen.

Gießener Anzeiger, 03.03.2008

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