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2016-09-11 Für Krebskranke in Gießen Zusatzangebote und neue Palliativstation

GAZ 2016 09 11 Fuer Krebskranke
Möchten Krebskranke unterstützen: Ulf Sibelius, Susanne Hanewald, Petra Menz (hinten, v.l.), Christian Rüger, UKGM-Pflegedirektor Lothar Zörb und Antje Wittenberg-Greer (vorne, v.l.).
Fotos: Maywald

GIESSEN - (fm). „Bei uns steht das Leben im Mittelpunkt“, sagte Susanne Hanewald, die von Anfang an als Psychoonkologin dem 2006 gegründeten Förderverein „Palliativ Pro“ angehört. Gemeinsam mit Prof. Ulf Sibelius, Leiter des Schwerpunktbereichs Internistische Onkologie und Palliativmedizin am Uniklinikum Gießen (UKGM), und weiteren Leitungskräften aus Pflege sowie dem stationären und ambulanten Bereich skizzierte sie jetzt das vielseitige Zusatzangebot für krebskranke Patienten an der Klinik.

Der rein private Förderverein sei als „Sprachrohr“ gegründet worden, so Sibelius. „Palliativ Pro“ widme sich vor allem der Lobbyarbeit und dem Spendensammeln und sei von Beginn an von der Geschäftsleitung des UKGM unterstützt worden. Seit 2008 gebe es in Gießen die Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung (SAPV) für Patienten mit unheilbaren Erkrankungen, die in ihrer gewohnten Umgebung versorgt werden wollen. Ein weiterer großer Schritt sei die für Freitag, 18. September, geplante Eröffnung einer neuen Palliativstation in der Langhansstraße 4. Das zwischen der ehemaligen Frauenklinik und der Pathologie gelegene Gebäude trägt den Namen „Hanns Gotthard Lasch Haus der Palliativmedizin“, benannt nach dem langjährigen Gießener Klinikdirektor, Hochschullehrer und Internisten. Erfreut zeigte sich Sibelius über die erfolgreiche Weiterentwicklung des Fördervereins, der unter anderem Mitarbeiter und Fahrzeuge finanziell unterstütze und 2014 Spenden in Höhe von 100 000 Euro gesammelt habe.

Von den für krebskranke Patienten bestimmten Angeboten nannte Hanewald ein Patientencafé und Kosmetikseminare für onkologische Patienten, die zusammen mit dem Kölner Verein DKMS Life durchgeführt werden. Hinzu kommen Infoveranstaltungen zu pflegerischen, psychoonkologischen und rechtlichen Themen rund um das Leben mit einer Krebserkrankung. Viel Freude unter den Patientinnen lösen die vom Verein „Die Fingerfertigen“ gehäkelten oder gestrickten „Mutmützen“ aus, wenn sie bei der Behandlung ihr Haar verloren haben. Hanewald versucht, früh Kontakt zu den betroffenen Menschen aufzubauen, um ihnen in noch kritischeren Situationen beizustehen. Dies geschehe „Hand in Hand mit Ärzten und Pflegern“. Sie fühle sich vor allem „für seelische Probleme“ zuständig.

Ausführlich schilderte Antje Wittenberg-Greer, Leiterin der Station 4.1, wie positiv sich die Unterstützung durch „Palliativ Pro“ auf die Patienten und ihre Angehörigen auswirkt. Neben der psychoonkologischen Unterstützung sei eine gute Ausstattung der Station „mit Kleinigkeiten und Extras“ möglich, die zur Beibehaltung wichtiger Rituale wie eines Raumes der Stille und eines Besinnungsraumes beitrügen. „Auf unserer Station gibt es insgesamt 37 Patienten in den Stadien zwischen Diagnostik und Sterbephase.“ Ziel der Pallitativstation sei es, „dass der Patient noch einmal nach Hause gehen kann“. Bei der ambulanten Palliativversorgung gehe es vor allem um Symptomkontrolle. „Der Patient kann jederzeit zu uns zurückkommen.“

Als psychologischer Psychotherapeut gehört Christian Rüger zum Palliativ-Team. Er arbeitet auf der Station und betreut auch den Hospizverein am Evangelischen Krankenhaus mit. Zu seinen Aufgaben gehört es, den „heftigen, existenziellen und real begründeten Angstgefühlen“ der Patienten und ihrer Angehörigen zu begegnen und ihnen zu zeigen, wie sie damit umgehen können. Sehr häufig betreut Rüger die Patienten noch weit über ihren stationären Aufenthalt hinaus. Nach 40-jähriger Tätigkeit an der Uniklinik weiß Pflegedienstleiterin Petra Menz: „In der Onkologie arbeiten ganz besondere Menschen.“ Fast alle würden bewusst dort arbeiten und seien hoch motiviert. Die nötige Supervision werde ebenfalls vom Förderverein finanziert. Sibelius würdigte gleichzeitig die Arbeit seiner Vorstandskollegen Dr. Hans Joachim Schaefer, Dr. Thorsten Fritz, Barbara Fandrè und Reingard Forkert. Und fügte hinzu: „Das Geld geht direkt an die Patienten.“

Wir arbeiten Hand in Hand

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